Warum können wir uns das Auswandern und Reisen leisten?

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Wenn wir uns mit unseren Familien und Freunden aus der Heimat unterhalten geht es relativ schnell um das Thema Finanzierung unseres neuen Lebens. Einige sagen dann: „Ihr könnt euch das ja leisten“ oder „Wenn ich das Geld hätte, würde ich auch auswandern oder zumindest mal einen längeren Zeitraum reisen“. Aber die meisten sagen: „Ihr seid verrückt, hier alles zu verkaufen und so ein großes Risiko einzugehen.“

Es stimmt tatsächlich beides. Unser Blickwinkel auf unser Tun und Handeln hat sich verrückt und diesen Luxus möchten wir uns gönnen! Unsere Lebenszeit auf dieser Welt ist uns einfach zu kurz, um Dinge zu tun, die uns in unserer späteren Erinnerung kein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Was bedeutet verrückt genau? Es heißt einfach, wir sind mutig genug, um sehr weit über den Tellerrand zu schauen. Was uns vom „normalen“ Weg verrückt hat ist die Tatsache, dass uns das Normale nicht mehr reizvoll genug erschien. Jahrelang jeden Tag nahezu dasselbe tun und immer an Feiertagen und Geburtstagen zu merken, dass wieder ein Jahr vergangen ist, hat uns umdenken lassen. Früher war mein Kopf nicht frei zum Denken, mein Körper und Geist wie vergiftet durch negative Grundmuster, Stress und schlechte Ernährung. Gedanken wie „Ich bin nicht gut genug“ hielten mich fest. Und ich war so unfassbar müde und wollte einfach nur, dass die Tage vergehen, die Kinder satt, zufrieden und glücklich einschlafen, alles sauber und ordentlich ist und ich dann irgendwie noch das Gefühl habe, da ist eine kurze Sequenz des Tages nur für mich. Ich wollte mich einfach ein bisschen lebendiger fühlen…

Ist das wirklich verrückt oder sollten wir dann nicht alle ein bisschen von den vorgegebenen Normen abrücken?

Die Aussage „Ihr könnt es euch ja leisten und wenn wir das könnten, würden wir auch alles ändern“  kann der Anfang eines neuen Lebens sein oder einfach nur eine Entschuldigung an sich selbst, um diesen anstrengenden Weg nicht gehen zu müssen.

Mit meinen Worten hoffe ich diejenigen zu erreichen, die (wie ich) auf der Suche sind nach dem kleinen bisschen mehr Zufriedenheit und Glück im Leben.

Warum nun können wir uns leisten auszuwandern und zu reisen?

Es ist ganz einfach: Weil wir immer gearbeitet und entgegen der Norm unsere Prioritäten verschoben haben. Wir haben noch nie großen Wert auf Statussymbole gelegt, weil wir nicht für die Meinung anderer arbeiten, sondern ganz bei uns sind, statt in den Köpfen unserer Mitmenschen. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, es ist einfach eine klare Einstellung zum Leben! Meiner Ansicht nach muss jeder zuallererst ganz bei sich sein, um aus tiefstem Herzen lieben zu können. Wenn Oberflächlichkeiten keine Rolle mehr spielen sind wir frei, Entscheidungen zu treffen. Die letzten 15 Jahre haben wir nicht in Korrelation zu unseren Gehältern, sondern eher bescheiden gelebt und somit einen großen Teil unseres Geldes gespart. Das ist eine Entscheidung, die jeder frei treffen kann. Genau wie die Entscheidung der Berufswahl und dem damit verbundenen Gehalt. Ich habe vor meinem Studium eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert und dann entgegen meiner eigentlichen Berufung in der Automobilindustrie gearbeitet. Somit hatte ich wirklich Glück, dass ich die meiste Zeit in dem doch eher fachlich, sachlichen Gewerbe zufrieden war. Trotzdem kann ich jedem nur ans Herz legen, seine Berufung zu finden und jeden Tag zu tun, was er/sie liebt, egal was andere darüber denken. Die Arbeit mit Menschen löst in der Regel mehr Begeisterung und positive Reflexion mit sich aus, als die Arbeit in der Produktion von Konsumgütern.

Natürlich konsumieren wir auch, aber nicht mehr nach außen, sondern ganz nach unseren Bedürfnissen. Welchen Bedarf haben wir wirklich? Kaufe ich dieses hier gerade, um mich zu trösten für den furchtbaren Tag? Macht es mich langfristig glücklich oder nur für eine begrenzte Zeit? Damit haben wir unsere Ausgaben immer wieder drastisch reduziert, ohne dass uns etwas fehlte. Natürlich hat unsere pubertierende Tochter Bedürfnisse nach Statussymbolen. Sie ist schließlich zur Schule gegangen und entsprechend sozialisiert worden. Einige Wünsche erfüllt sie sich selbst, andere wir und einige bleiben unerfüllt. Wie in unserer Kindheit! Wir sind auch nicht zu Schaden gekommen, dass früher nicht alle unsere Wünsche sofort erfüllt wurden. Für meine erste (weiße) 501 habe ich lange gearbeitet und war entsprechend stolz darauf. Die hielt aber damals auch noch ewig aufgrund sehr guter Qualität. Unsere Wegwerf-Konsum-Gesellschaft verursacht in großen Teilen der Welt unfassbare Schäden, die kaum jemandem bewusst sind. Dieses Bewusstsein und vieles andere möchten wir unseren Kindern vermitteln. Es gibt nicht nur ihr Heimatland und die herrlich schützende Käseglocke über ihrem Dorf oder Stadtteil. Die Welt ist unglaublich vielfältig und möchte beachtet, entdeckt und geschützt werden. Damit die Ressourcen dieses Planeten für alle Menschen und viele weitere Generationen reichen!

Wie kann jeder die Reise zu sich antreten, seinem Leben mehr oder vielleicht einfach anderen Sinn verleihen und dabei sich und seine Umgebung schützen?

Kleine Schritte mit großer Wirkung.

Der Prozess des Aufräumens.

Was wir getan haben und immer noch tun, um klar zu denken und unsere Zukunft umzugestalten.

  • Wir suchen uns einen schönen Platz, an dem wir uns wohl fühlen, unsere Ruhe haben und spüren in uns hinein. Wir stellen unserer inneren Stimme Fragen, die uns auf der Seele brennen. Bin ich glücklich? Möchte ich so alt werden? Habe ich alles erreicht oder ist da noch Luft nach oben? Wenn ich jetzt sterben würde, wäre ich dann stolz auf mein gelebtes Leben und das was ich hinterlasse?

 

  • Wir schreiben unsere Träume auf und damit meine ich zweierlei Träume. Die Träume der Nacht, denn die sind sehr aufschlussreich und unsere Lebensträume. Aus zweiterem (#daswortgibtesnicht) haben wir jeweils eine Collage mit Ausschnitten aus Zeitschriften gebastelt. Wir setzen uns immer ein Ziel von fünf Jahren, wo möchte ich in fünf Jahren sein. Die Collagen hängen an einer schönen Wand und somit werden ganz automatisch unsere Ziele täglich fokussiert. Es hat eine unfassbare Wirkung auf unsere innere Haltung. Wir starten (meistens) mit Energie in den Tag und beenden diesen mit mehr Freude. Bei mir ist es mittlerweile so, dass mir abends gar nicht recht ist, dass der Tag schon um ist, da ich mich eigentlich immer mitten in der Planung der nächsten Ziele oder mitten in einem spannenden Fachbuch, z. B. über Persönlichkeitsentwicklung oder Politik, befinde. Während unserer letzten Monate in Deutschland Ende 2016 war ich derart fokussiert, dass ich bis zu 18 Stunden am Tag gearbeitet habe (davon ein Drittel im Büro), um das Ziel des 1.1. im Auslandseins zu erreichen. Unser nächstes Ziel ist die Weltreise und dort auch nur das erste Land. Ab dem Moment lassen wir uns treiben, von den Menschen, die uns begegnen und die unser Leben und unser Denken und somit unser Handeln verändern werden. Natürlich sind wir es, die die größte Veränderung vollziehen, aber wir freuen uns so sehr auf die neuen Eindrücke, Kulturen, Sprachen, Landesgeschichten und deren Menschen.

 

  • Wir haben aufgeräumt und tun es immer weiter! Überall und bis in jede kleine Ecke. In uns und um uns herum. Wir haben uns mit wenigen, sehr guten Freunden über unseren Prozess ausgetauscht. Denn was mit einem passiert, ist teilweise erschreckend, da sich das eigene, anerzogene Weltbild verändert und damit kommt nicht jeder sofort klar. Bei Facebook gibt es übrigens zu allen Themen Gruppen, denen man beitreten und z. B. einen Beitrag posten kann. Dort diskutieren wir mit unseren Mitmenschen und wachsen daran. Wie wir unser Haus leergeräumt und verkauft haben, erfährst Du hier: Wie wir unseren Besitz reduziert haben.

 

  • Wir haben wirklich überall aufgeräumt, auch in unserem Kühlschrank und der Speisekammer. Wir haben den größten Teil der Füllstoffe durch gesunde Lebensmittel ersetzt. Lebensmittel zeichnen sich dadurch aus, dass man sie nicht wenden und die Inhaltsstoffe lesen kann. Wenn du jetzt nachdenken musstest, was ich damit meine, geh mal wieder in eine Obst- und Gemüseabteilung. „An apple a day keeps the doctor away“ ist in der heutigen Zeit nicht mehr ausreichend. Wir essen jeder mehr als 500 Gramm Gemüse und Obst am Tag. Am besten roh, leicht gedünstet oder in Form von Smoothie, Gemüsesoßen, Suppen oder klein geschnitten.

 

  • Zu guter Letzt haben wir mit gepresstem Gemüse, Kräutern und Flohsamenschalen unseren Darm aufgeräumt und den ganzen Müll der letzten Jahre rausgesch(m)is…
    Unsere Kopf- und Magenschmerzen waren nicht nur seelisch, sondern kamen von den Mengen an Füllstoffen, die wir statt Lebensmitteln zu uns genommen haben. Wir wussten irgendwann: Du musst das alles selbst wollen und anpacken. Niemand ist für dich verantwortlich, außer dir selbst! Als wir dann frisch mit gesunden Darmbakterien und weniger Schadstoffen in den Zellen das erste Mal seit Jahren richtig frei denken konnten, haben wir zur Verhinderung einer erneuten Vergiftung unsere Ernährung nun um noch ein paar weitere kleine Schritte verändert. Wir trinken keinen Kaffee mehr (Die 7 Lebensmittel solltest du meiden). Uns wurde nach einem dreitägigen Entzug (mit Kopfschmerzen) extrem übel und schwindelig. Wir hatten einen kurzen Rückfall. Eine Recherche ergab dann, dass es sich bei Kaffee um ein Nervengift handelt, von dem ein großer Industriezweig sehr profitabel lebt. Ob dem wirklich so ist, muss jeder selbst herausfinden. Wir teilen hier nur unsere persönlichen Erfahrungen nach Jahren des äußerst intensiven Konsums und der Frage, warum wir denn so süchtig danach waren. Dasselbe gilt für Kuhmilchprodukte, weißen Zucker, weißes Mehl, Gluten, Industriesalz und Alkohol. Hierbei gilt für uns persönlich nur für die ersten beiden Produktkategorien der völlige Entzug und für den Rest eine drastische Reduktion.

Was hat nun das eine mit dem anderen zu tun?

In und um uns herum ist alles eine Symbiose aus Energie und Handeln. Wir sind das Ergebnis unserer Gedanken und der Gedanken unserer Mitmenschen, vor denen es sich auch manchmal zu schützen gilt. Unsere Werte und Denkmuster sind geformt durch Erlebtes und diese lassen sich jederzeit liebevoll beeinflussen und in eine neue Richtung leiten. Dadurch, dass wir offen sind für neue Denkmuster begegnen uns gerade die spannendensten Menschen.

Begibst auch du dich auf die Reise zu dir selbst und damit in ein neues Leben mit weniger Angst und mehr Kraft und Liebe?

3 Kommentare
  1. Manni
    Manni says:

    Bravo,last euch von eurem Weg nicht abbringen. Es faziniert mich.
    Habe mit 22 Jahren Europa betrampt. 1/2 Jahr Auszeit musste sein. 1300 DM. 150 DM wieder mitgebracht. Alle waren dagegen. Hinterher alle dafür. Zerre heute noch davon.
    GLG Manni

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  2. Sandra@Marcus
    Sandra@Marcus says:

    Ihr seid unser grosses Vorbild!
    Ihr macht das echt genial und mit der richtigen Einstellung!
    Wir freuen uns sehr, dass wir euch 5 kennengelernt haben und zumindest zum Teil in eure Fussstapfen treten in Palma😉

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  3. Werner Forneberg
    Werner Forneberg says:

    Ich denke, dass sich jeder, der sich mit Euren Ausführungen auseinandersetzt, erst einmal tief in seinem Inneren fragen sollte, was er will:
    Es kann sein, dass er feststellt, dass es ihm ausreicht, in dem Hamsterrad, in das er hineingeboren wurde, weiter seine Runden zu drehen.
    Wenn er das feststellt, dann ist das für ihn so in Ordnung.
    Es kann aber auch sein, dass er feststellt, dass ihm das Hamsterrad nicht ausreicht, dass er herausfinden möchte, was das Leben sonst noch zu bieten hat, was der Sinn des Lebens wirklich ist, wie viele bzw. wie wenig nötig ist, zufrieden und glücklich zu sein.
    Wenn er das feststellt, dann ist das für ihn so in Ordnung.
    Und ich denke, was das „Austeigen“, das Neue-Wege-Gehen betrifft, auch da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Es wird Menschen wie Dich, Mariam, und Dich, Dirk, geben, die den großen Sprung wagen, die ihre gewohnte Umgebung verlassen.
    Aber all die, die das nicht können oder wollen, sind auch nicht ohne Hoffnung, denn „zuhause“ zu bleiben, bedeutet nicht „weiter Hamsterrad“. Auch „zuhause“ gibt es die Möglichkeit, das Leben neu zu ordnen, vor allem das zu tun, was einem wichtig ist, Unwichtiges zu unterlassen und sich auf das zu konzentrieren, was einen zufrieden und glücklich macht.

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