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Erste Eindrücke aus Bangkok

Koenigspalast_Bangkok_Weltreise

Um es vorauszuschicken, wir haben uns mit unserer ersten Destination Bangkok überhaupt nicht auseinandergesetzt. Ja, wir konnten einigermaßen zielgenau mit dem Finger auf der Landkarte aufzeigen, wo wir denn nach knapp 11 Stunden Über-Nacht-Flug von Köln aus landen würden, vielmehr wussten wir allerdings nicht. Wir möchten uns die Spannung nicht nehmen lassen, selbst entdecken, das Gesehene, Gerochene und Gehörte wirken lassen, ohne vorher einen großen Filter vor unsere Gedanken, Bedenken und Überlegungen geschraubt zu haben. Was haben wir davon, wenn wir vorher bereits mittels Google Maps und Streetview jede Straßenecke, jeden Laden oder Nachtmarkt bereits virtuell besucht haben. Nein, das bereitet uns keinen Spaß. Wir hatten nicht einmal thailändische Baht in der Tasche, einen ATM Geldautomaten würde es am Flughafen schon geben (Gebühren, wie bisher überall – 220 Baht, die Höhe des Betrages ist nicht entscheidend). Wir wussten nicht, wie ein Visa on arrival ausgefüllt wird, wie diese Prozedur am Flughafen ablaufen würde. Wir haben einfach darauf vertraut, dass uns unser Verstand und unsere Empathie für die Umwelt den richtigen Weg zeigen würden. Insofern waren wir auch zu keinem Moment des Starts unserer Weltreise aufgeregt, wir empfanden Freude und waren gespannt und offen für das, was uns erwarten würde.

Unsere Gedanken ruhten lediglich auf unseren Backpacks, meiner wiegt 19 kg und Mariams 17 kg. Rena und Viviane haben je 5 kg zu tragen und Finja vergnügt sich mit 8 kg. Außerdem haben Mariam und ich noch Daypacks dabei, die wir vorne vorschnallen, sozusagen als Gegengewicht, damit wir nicht umfallen können. Das ist nun unser gesamter Besitz, mehr gibt es nicht und mehr wollen wir auch gar nicht tragen.

Am Flughafenausgang gegen 18 Uhr, es war bereits dunkel, wurde uns diese schier unendliche Größe Bangkoks noch nicht bewusst. Stattdessen nahmen wir die sehr angenehme, sehr warme und feuchte Luft wahr. Endlich wieder warme Gefilde, schließlich hatten wir zuvor zwei Wochen im kalt wechselhaften Oktober-Deutschland verbracht. Nun waren wir auf ein Taxi fixiert und wollten hierbei nicht in die erstbeste Touristenfalle treten, schließlich hatten wir 37 km bis zu unserer Unterkunft im Chateau Town Building zu überbrücken. Mit einem Plan im Kopf, nämlich guter Bulle, böser Bulle mit dem Taxifahrer während der Verhandlung zu spielen, zogen wir brav im vorgeschriebenen Wartebereich eine Nummer und erkannten sofort das rosa Taxi, welches uns die nächsten eineinhalb Stunden quer durch die Stadt bringen sollte. Da standen wir nun also vor dem Fahrer, fünf nordeuropäisch aussehende Hansel mit einem breiten Grinsen. Dieser schien im ersten Moment ein wenig verwirrt, musste zunächst umständlich seine rote Brille aus der Ablage der Beifahrertür bugsieren, damit er in der Lage war, die thailändisch aufgeschriebene Adresse unseres Vermieters auf dem Smartphone-Display zu entziffern. Dann noch kurz die Anzahl der Fahrgäste abzählen – fünf Plätze, sechs Personen – passt wohl. Ein kurzes Nicken, 600 Baht, wir verziehen das Gesicht und kontern mit 400 Baht. Das Feilschen geht in die nächste Runde. Nachdem er von seinem Preis nicht abweichen wollte, bewegte ich mich um 100 Baht nach oben. Zur Unterstützung meines Vorhabens streckte ich ihm mit einem breiten Grinsen die rechte zu einer Halbkugel geformte Hand hin, gefolgt von einem „Let´s rock“. Eingeschlagen hat er nicht, aber wie von magischer Hand öffnete sich der Kofferraum und unser Gepäck verschwand im Selbigen. Vier von uns nahmen aufeinander gestapelt auf der hinteren Rückbank Platz. Dass die Klimaanlage auf Kühlschranktemperatur lief, störte uns nicht, denn wir trugen noch unsere Kleidung aus dem Flugzeug.

Erste Lektion: Das Fahren mit dem Taxi scheint günstig zu sein. Für knapp 13 Euro kommen wir in Deutschland nicht einmal um die nächste Ecke. Die Tage darauf lernten wir dann noch, dass wir immer darauf bestehen sollten, das Taximeter anstellen zu lassen. Ob dieser Faktor auch für so spezielle Orte wie den Flughafen gilt, werden wir auf der Rückfahrt nochmals genauer in Augenschein nehmen.

Dann fuhren wir mitten durch Bangkok, ein Auto reihte sich an das andere, ständig überholende Tuk Tuks oder Motorradfahrer, die durch jedes Nadelöhr zu passen schienen. Überall blinkte und glitzerte es, wir erkannten international bekannte Marken, erhielten einen ersten Eindruck darüber, wie die Menschen tagtäglich arbeiten, leben und ihre freie Zeit verbringen.

Im Apartment angekommen hielten wir uns ein wenig mit Gewalt wach, die Eindrücke der letzten Stunden, der Über-Nacht-Flug, die Verabschiedung in Deutschland sowie natürlich die 6-stündige Zeitverschiebung steckten in den Knochen und mussten Verarbeitung finden. Außerdem hatten wir Hunger und wollten kurz unsere Umgebung erkunden sowie mit unseren Mitmenschen direkten Kontakt aufnehmen. In der Nähe sollte es einen 7-Eleven geben, der uns zunächst einmal mit dem Nötigsten versorgen könnte. Allerdings war die Wegbeschreibung des Infoblattes unseres Apartments ein wenig undeutlich, sodass wir erst in die falsche Richtung liefen. Auch das Gehen auf dem Bürgersteig bei Dunkelheit kann als abenteuerlich bezeichnet werden. Letztendlich fanden wir sogar unsere erste Garküche. Etwas vorsichtig tasteten wir uns an die angebotenen Speisen heran – nicht sicher, was wir bekommen würden. Einige Tage später konnten wir bereits sagen, dass dieses erste Gericht einen der hinteren Plätze einnehmen sollte.

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